
Der Umkehrbruch beim Förderturm gehörte zur Kunstgestängeanlage der Gustav-Adolf-Grube. Er ist der einzige erhaltene Bruch aus dem einst umfangreichen System von Kunstgestängen, das die Gruben von Persberg mit mechanischer Kraft versorgte.
Für die Wasserhaltung in den Persberger Gruben wurden ab dem Jahr 1752 hauptsächlich wassergetriebene Kunstgestänge verwendet. In den Gruben, in denen Wasserkraft nicht genutzt werden konnte, setzte man stattdessen pferdegetriebene Pumpwerke sowie Pferde- oder Handhaspeln ein.
Das Gestänge diente dazu, die Kraft vom Wasserrad am Wasserfall bis zu den Gruben zu übertragen. Die Kraftübertragung erfolgte durch Holzstangen, die an der Kurbelwelle des Wasserrades befestigt waren und sich vor- und zurückbewegten.
Auf dem Weg zur Grube musste die Richtung des Gestänges häufig sowohl horizontal als auch vertikal verändert werden. Dies geschah mit Hilfe sogenannter Umkehrbrüche (Beispiele ihrer Konstruktion sind auf den Bildern 2, 3 und 4 dargestellt).
An der Grube waren die Gestängestangen mit einem sogenannten Dopper oder Winkelhebel verbunden. Diese Vorrichtung wandelte die horizontale Bewegung in eine vertikale Bewegung um.
Die am Dopper befestigten Stangen, die bis zum Grubenboden hinabführten, wurden Hauptstangen genannt. An diesen waren die Pumpstangen befestigt, jeweils eine für jede Pumpanlage.
Wenn der Wasserzufluss gering war, konnte manchmal auch nur eine einzige Hauptstange verwendet werden.
Im Jahr 1818 gab es im Persberger Grubenfeld folgende Kunstgestänge:
Storgruvan (Große Grube) – 1490 m, 8 Brüche
Braske- und Torskbäckgruben – 2982 m, 10 Brüche
Haggrube – 2385 m, 14 Brüche
Malmbergskärr – 836 m, 4 Brüche
Insgesamt gab es 7694 Meter Kunstgestänge und 36 Brüche in Betrieb, bevor im Jahr 1820 der Persberger Kanal gebaut wurde.
Die Unterhaltungskosten waren hoch, da das Holz der Anlagen verfaulten konnte und etwa alle zehn Jahre ersetzt werden musste.
Das Kunstrad der Gustav-Adolf-Grube wurde im Jahr 1900 gebaut und war bis 1916 in Betrieb. Es war das letzte Kunstrad, das bei den Persberger Gruben verwendet wurde.
Als das Rad 1916 stillgelegt wurde, endete eine 164 Jahre lange Epoche. Das erste Kunstrad war bereits 1752 im Fluss Yngshytteälven bei Gubbdammen errichtet worden.