
Busch-Lina bei ihrer Erdhütte.
Unterkünfte für die Bergarbeiter
Noch bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts mussten sich die Arbeiter in großem Umfang selbst um ihre Unterkunft kümmern, indem sie eine Erdkate auf oder neben dem Grubenfeld bauten. Der Standort wurde gerne so gewählt, dass Anbaumöglichkeiten vorhanden waren, und Kartoffeln und Kohl waren übliche Feldfrüchte bei den Grubenfeldern.
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war die Erdkate die Unterkunft, mit der sich die weniger Begüterten in der Gesellschaft begnügen mussten. Die Behausungen waren oft sehr klein, und manchmal lebten ganze Familien auf nur wenigen Quadratmetern. Wenn man heute über das Högberg-Feld wandert, kann man noch immer die Überreste zahlreicher Erdkaten in unterschiedlicher Größe sehen.
Konstruktion und Einrichtung
Die Erdkaten variierten in ihrer Ausführung:
Anfangs wurde die Behausung von einer einfachen Feuerstelle in der Mitte der Kate mit einem Rauchloch im Dach beheizt, ähnlich der finnischen Rauchstube. Später wurden Feuerstellen mit Schornstein gebaut, gemauert aus Naturstein und Lehm.
Das Leben in der Erdkate
Über lange Zeiträume lebte Schwedens Bevölkerung ein armes, hartes und kurzes Leben. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts betrug die durchschnittliche Lebenserwartung von Frauen nur 37 Jahre, bei Männern etwas weniger. Die hohe Säuglingssterblichkeit trug zur niedrigen Lebenserwartung bei, doch Kinder, die die ersten fünf Lebensjahre überlebten, konnten oft etwa 50 Jahre alt werden.
Regulierung und Wandel
Im Jahr 1850 begannen Ärzte und Behörden auf die ungesunden Wohnverhältnisse aufmerksam zu machen, die die Erdkaten boten.
Die Stor- und Krang-Grubengesellschaften richteten im Jahr 1858 Grubenarbeiter-Katen ein, doch schon viel früher hatten die Arbeiter selbst Katen an den Grubenhängen gebaut.
Spätere Zeit
Im westlichen Teil von Persberg lebte eine alte Frau namens Busk-Lina noch bis in die frühen 1930er Jahre in ihrer Erdkate.