
Das Dahlgren-Gebäude
Das Dahlgren-Gebäude wurde vermutlich Mitte des 19. Jahrhunderts als Wohnhaus für die Arbeiter des Grubenfeldes Högberg errichtet. Es wurde aus „Sinterstein“, auch „Bergslagenstein“ oder „Schlackenziegel“ genannt, gebaut und hatte verputzte Wände.
Über die Raumaufteilung des Erdgeschosses lässt sich nur schwer ein klares Bild gewinnen, doch das zweite Stockwerk beherbergte höchstwahrscheinlich sechs Einzimmerwohnungen.
Wie auf Bild 1 zu sehen ist, verfügte das Gebäude über außenliegende Treppen, was dazu führt, dass die Raumaufteilung des dritten Stockwerks heute als sehr ungewöhnlich erscheint.
Über das dritte Stockwerk berichtet Hacke Juvel Folgendes: Es gab zwei Giebelwohnungen, und um die südliche Wohnung zu erreichen, musste man durch die nördliche Nachbarwohnung gehen. Ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis war daher unerlässlich.
Schlacke als Baumaterial
Schlacke entstand bei der Herstellung von Eisen im Hochofen, wobei besonders in größeren Hütten große Mengen anfielen.
Die Schlacke schwamm auf dem flüssigen Eisen im Hochofen und wurde auf den Boden der Hütte abgelassen, wo sie von Hand zerschlagen und zu Lagerplätzen transportiert wurde.
Schlacke wurde als günstiges Baumaterial verwendet, sogenannte Schlackenstücke, und kam teilweise auch als Dachdeckung zum Einsatz.
Die Schlackenstücke wurden mitunter im Verband mit Kalkmörtel vermauert, häufig nutzte man jedoch Gussformen, um Wände aus einer Mischung von Kalkmörtel und Schlacke zu formen.
Die Wände wurden außen und innen mit Kalkmörtel verputzt, um das Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern.
Erst als man die Technik zur Herstellung von Schlackenziegeln beherrschte, erhielt die Schlacke einen Wert für die Hüttenwerke – zuvor war sie lediglich ein arbeitsintensiver Abfall.
Die Entwicklung der Schlackenziegel
Die Idee, Baumaterial aus Schlacke zu gießen, kam aus England nach Schweden. Der Architekt Clas Eliander beobachtete auf seinen Reisen nach England in den 1740er Jahren, wie dort Schlackensteine für Bauzwecke hergestellt wurden.
Der Bergmeister der östlichen und westlichen Bergslagen, Axel Fredrik Cronstedt, begann mit Versuchen zur Herstellung von Schlackenziegeln, doch erwies es sich als schwierig, ein haltbares Material zu erzeugen.
Er stellte fest, dass Erze, die ohne Zusatz von Kalkstein verhüttet werden konnten, am besten für die Herstellung geeignet waren.
Er erkannte auch, dass die Größe der zugesetzten Kalksteine das Hauptproblem darstellte. Waren die Steine zu groß, lösten sie sich nicht vollständig in der Schmelze auf, nahmen Feuchtigkeit auf und machten die Ziegel spröde und frostempfindlich.
Als er begann, den Kalk fein zu zerkleinern, sodass er sich vollständig in der Schmelze auflöste, war das Problem gelöst und die Produktion konnte beginnen.
Nur Schlacke aus holzkohlebefeuerten Hochöfen eignete sich zur Herstellung von Schlackenziegeln.
Gebäude aus Schlackenziegeln wurden zunächst verputzt, doch gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde es modern, das ästhetisch ansprechende Mauerwerk sichtbar zu lassen.