
Der Hof Västra Skafnäset lag malerisch am Hang hinunter zum See.
Carl Ersson und Västra Skafnäset
Carl Ersson zog im Alter von 27 Jahren von Åskagen nach Skafnäset, um seiner Tante Sara Hansdotter bei Hof und Bergbaubetrieb beizustehen, nachdem sie nach dem Tod des Bergmanns Jan Ersson im Jahr 1788 Witwe geworden war. Das Paar war kinderlos.
Sara und Carl gehörten der Åskagen-Sippe an, die in vielen der Hütten und Gruben der Gegend großen Einfluss hatte. Als seine Tante Sara starb, erbte Carl den Hof Skafnäset samt dem dazugehörigen Gewerbebetrieb.
Carl heiratete 1766 Anna Kajsa Ersdotter. Sie waren 21 Jahre verheiratet und hatten 18 Kinder, von denen 5 im Säuglingsalter starben (Verzeichnis, Bild 2).
Carl war ein sehr tatkräftiger und im Ort angesehener Mann. Viele Jahre lang war er Bergssexman – der Vertrauensmann der Bergleute bei Gruben und Bergbaudistrikten – mit der Aufgabe, die Tätigkeit des Bergbaudistrikts zu überwachen.
In seiner Zeit entwickelte er den Betrieb erheblich. Er besaß Liegenschaften in Grythyttehed, Anteile am Grythytter Schieferwerk sowie Anteile in Bovik, Torskbäcken und Yngshyttan.
Im Jahr 1800 erbaute er das Haus Västra Skafnäset – ein großes Gebäude mit 11 Zimmern. Aus dem Brandversicherungsbrief geht hervor, dass das Haus ganze 9 Kachelöfen, voll- und halbfranzösische Türen sowie Fenster mit schwedischem Glas hatte.
Eigentumsverhältnisse nach Carl Ersson
Nach Carls Tod erbte der älteste Sohn Erik Johan den Hof. Er führte den Gewerbebetrieb und den Hof weiter, wahrscheinlich bis zu seinem Tod im Jahr 1840.
Erik Johan und seine Frau Stina Kajsa hatten zwei Töchter, die beide nach Örebro zogen. Stina Kajsa verließ Skafnäset im Jahr 1849. Wohin sie damals zog, ist unklar, doch ab 1863 lebte sie in Örebro, wo sie bis zu ihrem Tod im Jahr 1899 blieb.
Schulhaus 1850–1909
Ab 1850 wurde das Haus nach einem Umbau als Schulhaus und Lehrerwohnung genutzt.
Der Unterricht fand dort bis Ende 1909 statt, als er in das neu erbaute Schulhaus in Persberg verlegt wurde.
Brandversicherungsbrief vom 4. April 1805
Nachfolgend eine Abschrift des Brandversicherungsbriefes für den Hof Västra Skafnäset. Die Nummern der Gebäude im Versicherungsbrief sind auf der beigefügten Karte verzeichnet (Bild 1).
Die Bewertung wurde am 4. April 1805 gemäß dem Reglement Seiner Königlichen Majestät vom 15. April 1762 über den allgemeinen Brandversicherungsfonds durchgeführt.
Die Bewertung umfasst fünf Gebäude:
Nr. 1 – Das Herrenhaus (Hauptgebäude) Erbaut im Jahr 1800 Zwei Stockwerke aus gereiftem Kiefernholz 28 Ellen lang, 19 Ellen breit, 10,5 Ellen hoch Mit Birkenrinde und gebranntem Kalkstein gedeckt Rotgestrichen, in bestem Zustand Steinsockel 1 Elle hoch
Einteilung: Erdgeschoss: 6 Zimmer (große Stube, Küche, Küchenkammer, Kinderkammer, Salon, Gastzimmer) Obergeschoss: Vorraum und 4 Gastzimmer
Ausstattung und Details (Auswahl): 9 Kachelöfen (2 neue Kachelöfen, 6 eiserne Kachelöfen) Küchenherd mit Backofen 9 größere Fenster im Erdgeschoss 11 Fenster im Obergeschoss Voll- und halbfranzösische Türen Bemalte Papiertapeten in drei Zimmern Ölbemalte Brüstungs- und Fußleisten Eingangsvorbau mit gerillten Säulen
Gebäudewert: 1.058 Riksdaler Banco
Nr. 2 – Nebengebäude (1795) Ein Stockwerk 3 Zimmer (Brauhauszimmer, Knechtstube, Mädchenkammer) Herd mit Backofen 2 eiserne Kachelöfen Gebäudewert: 358 Riksdaler Banco
Nr. 3 – Vorratsgebäude (1797) Zwei Stockwerke Kornspeicher und Hundezwinger Treppe zwischen den Stockwerken Gebäudewert: 423 Riksdaler Banco
Nr. 4 – Dreschboden und Scheune (1803) Dreschboden Heuscheune Geräteraum Gebäudewert: 112 Riksdaler Banco
Nr. 5 – Kuhstall (1804) Kuhhaus für 16 Großvieh 2 Futterböden Zusammengebaut mit Nr. 4 Gebäudewert: 170 Riksdaler Banco
Gesamtbewertung
Gesamtwert der gesamten Liegenschaft: 2.124 Riksdaler Banco Specie
In der Bewertung wird auch vermerkt: Ein Brunnen, der stets Wasser hält Der nächste Nachbar in 100 Ellen Entfernung
Brandschutzausrüstung (1805)
Der Eigentümer gab folgende Brandschutzausrüstung an: 2 neue Handspritzen aus Kupfer 4 Wischer 2 Ledereimer 4 Feuerleitern 4 Feuerhaken
Bescheinigt am 5. April 1805 vom Baumeister Bengt Bransell.
Quellen und Dank
Karte und Versicherungsbrief stammen aus Arkiv Digital. Dank gilt meiner Schwester Lisbeth, der es gelang, die Karte, den Versicherungsbrief und das Nachlassinventar nach Anna Kajsa aufzuspüren, das ein sehr wohlhabendes Heim erkennen lässt.