
Pferdegöpel in Persberg
In Persberg war bis zum Jahr 1719 die gesamte Förderung mit Handwinden erfolgt. Danach waren drei Pferdegöpel aufgestellt.
Die Pferdegöpel sollten über viele Jahre das wirksamste Fördergerät für Gestein bleiben und wurden an mehreren kleineren Gruben noch bis etwa 1900 eingesetzt.
Johan Blåders Erinnerungen (Interview 1962)
In einem Interview aus dem Jahr 1962 berichtet Johan Blåder (geboren am 17. September 1876 in einer Erdkate am Norra Hammarrepet, Persberg) über seine Kindheit und das Leben an den Gruben.
Im Alter von 14 Jahren begann er als „Göpeljunge” zu arbeiten, was er selbst als die schlechteste Arbeit bezeichnete, die man haben konnte.
Er trieb den Pferdegöpel bei Lyckfallet, vermutlich bei der Bolandsgrube. Für jede geförderte Tonne legte das Pferd und der „Göpeljunge” 18 Runden zurück. Gestein wurde tagsüber und Wasser nachts gefördert.
Blåder berichtet, dass die Pferde oft schwierig zu führen waren. Sie kamen mit der harten und eintönigen Arbeit nicht zurecht. Am schlimmsten waren die kalten Winternächte:
„Es konnte so kalt sein, dass es in der Luft knackte.”
Direktor H. V. Tiberg über Pferdegöpel (1898)
Im Jahr 1898 schreibt Direktor H. V. Tiberg folgendes über Pferdegöpel:
„Die Grenze für die Verwendung eines Pferdegöpels liegt, wenn ein Pferd eingesetzt wird, bei einer Fördermenge von etwa 125 Tonnen-Setzungen pro Tag, entsprechend beispielsweise einer Förderung von 25 Tonnen Gestein und Wasser aus einer Tiefe von 5 Setzungen, und bei Einsatz von zwei Pferden bei der doppelten Menge. In der Regel beträgt die Nettolast annähernd oder etwa ½ Tonne und die Fördergeschwindigkeit 0,16 m pro Sekunde, und wenn man nach dem geförderten Bruttogewicht die vom Pferd geleistete Arbeit berechnet, ergibt sich, dass diese 1,6 bis zu 2,3 PS beträgt, ohne Berücksichtigung der Reibung und des Kraftverlustes im Pferdegöpel selbst.”
(1 Setzung ≈ 10 Meter. TN)
Abschrift aus: Annalen des Värmländischen Bergmannsverbandes, 1898. Januar 2025, TN.
Frühe Belege für Pferdegöpel (1683)
Harald Carlborg schreibt:
„Im Bericht des Jahres 1683 teilt der Bergmeister mit, dass er einen Pferdegöpel für die Nygrube hatte anfertigen lassen, und auf der Herbstversammlung desselben Jahres erhielt der Grubenvogt den Auftrag, ein Pferdegöpelseil bei Hennickehammar zu bestellen, damit ‚der Göpel nun ohne jeden Verzug in Betrieb gesetzt werde’.”
Dies zeigt, dass Pferdegöpel in der Region bereits im 17. Jahrhundert in Gebrauch waren.